Vom Kindergarten in den Kirchgarten …

2019 Projekt Kirchgarten (c) BringsArchitekten
2019 Projekt Kirchgarten
Di 24. Sep 2019
Ulrich Drobny, Matthias Sicking, Stefan Brings, H.-Josef Biste, Pfr.

Müffelnde Toiletten, enge Flure, fehlende Gruppennebenräume, keine U3-Kinder… So war eine Entscheidung gefordert: Was wird aus der Kita Blumenwiese in Bettrath? Wir schauten uns sanierte und neugebaute Kitas im Umland an, sprachen mit dem Jugendamt Mönchengladbach, der Abteilung Bauwesen und Finanzen im Bischöflichen Generalvikariat in Aachen, träumten und sprachen mit dem Elternrat der Kita Blumenwiese und erkannten sehr schnell: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Wir schrieben das Jahr 2015.

Nach langer, sorgsamer und spannungsreicher Entwicklungsphase mit allen Beteiligten zur Sanierung der Kita Blumenwiese entschied sich der Kirchenvorstand fast einstimmig: Wir machten die Kernsanierung mit der Erweiterung der Kita Blumenwiese. Das bedeutete, die Pläne des Architekturbüros Lennartz-Lennartz in Erkelenz umzusetzen. Sie hatten das schlüssigste Konzept und die preisgünstigste Kostenrechnung. 1.280.000 Euro hieß die Zahl. 70 Prozent Zuschuss wurde vom Land NRW und aus den Kirchenmitteln des Bistums Aachen zugesagt. Der Rest hieß Eigenanteil unserer Pfarrei Maria von den Aposteln. Die Rücklagen im Kindergarten waren knapp, also mussten wir mit Genehmigung des Bistums ein internes Darlehen bei den Friedhöfen Bettrath und Neuwerk aufnehmen, die selbstständige Fonds sind. Diese Mittel müssen in einer festgelegten Frist zurückgezahlt werden. Wir schrieben langsam das Jahr 2017.

Der Bau begann, wir richteten das Pfarrheim Bettrath übergangsweise für den Kindergarten her und es begann ein neues Erschrecken. Es kostete mehr als geplant, da auch hier keine Instandsetzungsmaßnahmen getätigt worden waren. Aber egal, auch dies haben wir geschultert und aus den Rücklagen finanziert. Fast gleichzeitig mit den Planungen zur Sanierung des Kindergartens begannen wir mit Überlegungen einer nachhaltigen Finanzierung der Darlehen. Auch hier wurde recherchiert: Was haben wir für Möglichkeiten? Wo können wir Gelder erwirtschaften oder Ländereien verkaufen? Auch dabei half das Generalvikariat in Aachen und schnell war klar, wir können nicht Schulden mit neuen Schulden zurückzahlen. Die Fläche um die Kirche darf aufgrund der Auflagen nur bebaut werden, wenn es einem sozialen Zweck dient.

Wir fanden in dem Architekturbüro Brings einen Planer und Entwickler, der den Kirchgarten entwarf. Und wieder begannen vielfältige Gespräche mit dem Bauamt der Stadt Mönchengladbach, den politischen Vertretern für die Stadtentwicklung und auch schließlich mit der GeWoGe 1897 als zukünftigem Käufer einer Teilfläche des Fabrikfonds Herz Jesu Bettrath. Überzeugt hat den Kirchenvorstand die Idee, im Kirchgarten eine Fläche zum Flanieren, Ausruhen und Begegnen zu schaffen – inmitten von grünen Anlagen im Herzen von Bettrath sollen sich alle treffen können: Von Kindern über Jugendliche bis hin zu älteren Menschen vom altengerechten Wohnen.

Was bleibt und was wird ist ein Zusammenwirken von Seelsorge und öffentlichen Interessen, die an dieser Stelle Sinn ergeben. Dies haben wir bei der Informationsveranstaltung am 28.08.2019 präsentiert und hängen die Pläne in der Herz Jesu-Kirche nochmals aus. Am 2. September 2019 haben wir beim Notar den Verkauf an die GeWoGe 1897 beurkundet, damit wir mit unserer Finanzierung der Darlehen weiterkommen. Denn die Räume für die Kath. Offene und Mobile Jugendarbeit (KomJu) sowie für die Lena-Gruppe im Pfarrheim Bettrath werden zurzeit hergerichtet, auch dafür ist die Baugenehmigung erteilt.

Ich bin allen Mitgliedern des Kirchenvorstandes dankbar für die vielen Stunden ihres Mitdenkens und Mitgestaltens auf dem Weg vom Kindergarten in den Kirchgarten, ein freiwilliger Dienst für die Zukunft der Kirche vor Ort und ein Herzstück für die Begegnung der Menschen.

Ulrich Drobny, Matthias Sicking, Stefan Brings, H.-Josef Biste, Pfr.